Die Preisträger 2016

Erfolgreiche Familieninterne Nachfolge: TAUPITZ Laser- und Umformtechnik

Dass Andrew Taupitz den Familienbetrieb seines Großcousins Bernd Taupitz übernehmen wird, war viele Jahre geplant. So gab der studierte Wirtschaftsingenieur sein Angestelltenverhältnis bei einem großen IT-Unternehmen auf und übernahm 2015 die Leitung der TAUPITZ Laser- und Umformtechnik. Dafür verlegte der zweifache Familienvater sogar seinen Lebensmittelpunkt von Stolpen nach Großenhain. Herausfordernd gestaltete sich für den 35-Jährigen im Übernahmeprozess die Vereinbarkeit von betrieblichen und familiären Interessen. "Der erste Monat als Chef und sich seiner Verantwortung bewusst zu werden, welche man schließlich für die Geschäfte und Mitarbeiter übernimmt, war schon beeindruckend", so Andrew Taupitz heute. Zudem hätte sich der Jungunternehmer mehr externe Unterstützung in Form von beispielhaften Businessplänen und Erfolgsgeschichten gewünscht. Seit der Übernahme führte er neue interne Strukturen und Abläufe sowie eine Zusatzkrankenversicherung für seine Mitarbeiter ein. Zudem konnte Andrew Taupitz innerhalb eines Jahres die Mitarbeiterzahl von 18 auf 25 und den Umsatz um 20 Prozent steigern.

 

 


Erfolgreiche Unternehmensinterne Nachfolge: GAZ Notstromsysteme GmbH

Gesucht, gefunden: Jürgen Katzer beschäftigte sich altersbedingt mit der Nachfolgerregelung der GAZ Notstromsysteme GmbH und ihm war schnell klar, eine unternehmensinterne Übergabe wäre am geeignetsten. In den verschiedenen Charakteren von drei Mitarbeitern fand er einen guten Kompetenzmix. Seit 2013 führen Michael Knaak, welcher den Vertrieb und Service verantwortet, Julian Georgi, der geschäftsführende Aufgaben der Produktion, Entwicklung, Buchhaltung und des Personals übernimmt, und Andreas Nöske, der für den Bereich Einkauf, IT und Marketing zuständig ist, die Geschäfte des Zwickauer Unternehmens erfolgreich weiter. Zukünftig soll das Unternehmen, dessen Umsatz seit der Übernahme um 10 Prozent und die Mitarbeiterzahl von 34 auf 50 gestiegen ist, auch außerhalb Mitteldeutschlands etabliert werden. "Uns motivieren die neuen Aufgabenfelder. Mit frischen Ideen wollen wir das Unternehmen noch weiter voran bringen", erklärt Julian Georgi.


Erfolgreiche Unternehmensexterne Nachfolge: Arno Hentschel GmbH

Von Hongkong über London nach Oderwitz - so erstreckt sich geografisch die Karriereleiter des gebürtigen Zittauers Thomas Scholz. Über das Portal 'Folgerichtig' wurde er auf die Arno Hentschel GmbH aufmerksam und betont: "Besonders wichtig ist die Chemie. Denn in einem Übergabeprozess bedarf es sowohl einer Person, die übergeben möchte, als auch einer, die das Vertrauen des Altinhabers gewinnt. Immerhin geht es dabei um ein Lebenswerk." In Thomas Scholz, den Heiner Schwaar und Renate Faust als Typ Schwiegersohn bezeichnen, fanden sie alles, was sie in ihrem zukünftigen Nachfolger gesucht hatten: Berufserfahrung auch im internationalen Bereich, Heimatverbundenheit und soziales Engagement. Denn neben der Fortführung des Unternehmens, welches auf die Fertigung von Gitterrostbefestigungen spezialisiert ist, war den Übergebern auch die Weiterführung der 1999 gegründeten Arno- Hentschel-Stiftung wichtig. Mit der neu entwickelten Marke ARNELL baute Thomas Scholz das Unternehmensfeld für den internationalen Markt weiter aus und plant für die nächsten Jahre ein behutsames Mitarbeiter- und des Umsatzwachstum.


Sonderpreis: Crottendorfer Räucherkerzen GmbH & Spreetextil GmbH

Die Crottendorfer Räucherkerzen GmbH steht seit 1936 für das Bewahren weihnachtlich-erzgebirgischer Tradition. Als Betriebsleiter erfuhr Mirko Paul einen Tag vor seinem Urlaub von der geplanten Übernahme, welche er im Jahr 2015 antrat. Qualität ist für ihn Herzensangelegenheit. Die Räucherkerzen und die breite Auswahl an Düften sind von Mirko Paul handverlesen. Mit der für 2017 geplanten Räucherkerzen-Erlebniswelt und einer 15 Meter hohen Räucherkerze, welche als Museum ausgebaut werden soll, hat sich der 38-Jährige große Ziele gesteckt. "Unsere Produkte stehen für erzgebirgisches Brauchtum. Dieses wollen wir unseren Gästen zukünftig noch näher bringen und in ganz Deutschland verbreiten", erzählt der Nachfolger von Marita Drollinger.

Mit Stolz und Überzeugung führt Sohn und Nachfolger Winfried Haase das Traditionsunternehmen, welches im Bereich der Textilherstellung in der Oberlausitz verwurzelt ist, seit 2013 weiter. Seine Hingabe für den Familienbetrieb begann bereits im Schulalter, als er nach den Hausaufgaben im Betrieb mithalf. Endlich sein eigener Chef zu sein, Personalverantwortung zu tragen und mehr Flexibilität sowie Entscheidungsfreiheit zu besitzen - dieser Wunsch wurde bei Winfried Hasse immer lauter. Dafür tauschte er schließlich sein sicheres Angestelltenverhältnis mit Aufstiegschancen in einer Bank gegen die Selbstständigkeit. "Mit meiner Entscheidung konnte ich nicht nur meinen lang gehegten Traum realisieren, sondern auch mein Know-how im kaufmännischen Bereich gewinnbringend für das Unternehmen einsetzen. Durch die Spezialisierung auf die Zielgruppe Kindertagesstätten schaffte ich zudem neue unternehmerische Perspektiven", sagt Winfried Haase.