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Aktuelle Informationen zum Sächsischen Meilenstein 2018 und Wissenswertes rund um das Thema Unternehmensnachfolge stehen hier zur Verfügung. 

Sächsischer Meilenstein 2018: Erfolgreiche Unternehmensnachfolgen in Chemnitz ausgezeichnet

 

Zum siebten Mal wurde der Sächsische Meilenstein – Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge an vier herausragende Betriebe im Freistaat verliehen. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der steelconcept GmbH in Chemnitz statt. Insgesamt wurden 10.000 Euro Preisgeld übergeben.

Bereits zum siebten Mal ist der Sächsische Meilenstein - Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge - an vier herausragende Betriebe im Freistaat verliehen worden. Der Preis zeichnet mittelständische Firmen für langfristige und nachhaltige Nachfolgeplanung aus und wird unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vergeben.

Geehrt wurden die Gemino Maschinenbau GmbH aus Mühlau für ihr familieninternes Nachfolgekonzept, die GETT Gerätetechnik GmbH aus Treuen für ihre unternehmensinterne Nachfolgelösung und Bölstler moderne Haustechnik aus Grumbach für den erfolgreich absolvierten Generationenwechsel im Traditionsunternehmen. Die GewinnerInnen erhielten neben dem symbolischen Meilenstein je ein Preisgeld von 3.000 Euro. Für ihr besonderes Engagement im Rahmen einer unternehmensinternen Nachfolge würdigte die Jury die Geschäftsführer der Radhaus Markranstädt - Dirk Unverricht & Danny Faulmann GbR mit dem mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis.

NachfolgerInnen präsentieren zukunftsfähige Ideen und unternehmerisches Geschick

Ein Lebenswerk in neue Hände zu legen, zeugt von Mut und Engagement. Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: "Der Freistaat Sachsen misst dem Gelingen von Unternehmensnachfolgen eine große Bedeutung bei. So wollen wir interessierte Unternehmensinhaber motivieren, frühzeitig an eine Nachfolgelösung zu denken." Auch für potenzielle NachfolgerInnen sieht er vielversprechende Perspektiven: "Jungen Menschen möchten wir zusichern, dass sich der Schritt in die Selbstständigkeit lohnt - dafür gehen die Prämierten mit gutem Beispiel voran."

Auch Markus H. Michalow, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen GmbH und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH, unterstrich den Stellenwert einer gelungenen Nachfolge: "Vielerorts wird die Vision vom eigenen Unternehmen bereits gelebt und umgesetzt. Eine erfolgreiche Übergabe markiert dabei immer einen bedeutenden Meilenstein in der Firmengeschichte."

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Danny und Christine Faulmann, Radhaus Markranstädt – Danny Faulmann & Dirk Unverricht GbR, Steve Möckel, GETT Gerätetechnik GmbH, Heike, Vera und Klaus Domaratius, Gemino Maschinenbau GmbH, Marko Minkwitz, Bölstler moderne Haustechnik GmbH


Zwischen Mezzanine-Kapital und Notfallkoffer: Nachfolger brauchen Fachwissen

Immer mehr Übergeber, immer weniger Nachfolger: Seit 2014 überwiegt die Zahl der suchenden Alt-Eigentümer der der Übernahmeinteressenten auf Betriebssuche. Das belegt der aktuelle DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge. Darin rücken vor allem die Herausforderungen des Nachfolgeprozesses in den Mittelpunkt – angefangen bei emotionalen Hürden bis hin zu rechtlichen und finanziellen Schwierigkeiten.

Vor allem das Loslassen vom Lebenswerk bremst viele Übergabeprozesse aus. Denn es bedeutet Abschied nehmen vom eigenen Unternehmen, von Träumen und investierter Arbeit. Solche emotional aufgeladenen Prozesse führen jedoch häufig dazu, dass sich Übergeber auf eine kommende Übergabe nicht oder nur schlecht vorbereiten und dass sie einen überhöhten Kaufpreis fordern. Einen geeigneten Nachfolger zu finden, wird dadurch schwerer, der zeitliche Druck größer. Laut Report beobachten die IHK in ganz Deutschland, dass etwa ein Drittel der Unternehmer den Übergabeprozess auf die lange Bank schieben.

Dabei empfehlen die Berater, dass eine Übergabe drei bis zehn Jahre geplant werden muss, das heißt sich auch mit den Themen Krankheit, Unfall und Tod auseinanderzusetzen. Im besten Fall entsteht daraus ein sogenannter „Notfallkoffer“, in dem alle wichtigen Dokumente und Vollmachten abgelegt sind. Spätestens drei Jahre vor der Übergabe an die nächste Generation sollte die Suche nach einem Nachfolger beginnen; der Prozess der Übergabe beginnt laut DIHK idealerweise zwölf Monate vorher. Nicht zu unterschätzen ist dabei, dass auch die Chemie zwischen Senior und Nachfolger stimmen muss: Ein Nachfolgeprozess ohne Vertrauen und Respekt ist nur schwer umzusetzen.

Zugespitzt wird die Situation auch zunehmend durch die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik: So erreichen laut DIHK immer mehr Unternehmer das Ruhestandalter. Gleichzeitig dünnen die Jahrgänge derjenigen aus, die sich am häufigsten für den Weg in die Selbstständigkeit entscheiden.

Neben den emotionalen Hürden müssen die potenziellen Übernehmer auch mit rechtlichen und finanziellen Besonderheiten umgehen. Laut DIHK-Erhebung erschwert etwa die Erbschaftssteuer eine familieninterne Übernahme in fast einem Viertel aller Fälle. Denn: Nach der Reform müssen Unternehmer mit Mehrbelastungen rechnen. Zudem seien Fragen der Umsetzung in die Praxis noch nicht ausreichend geklärt.

Hohe, mitunter überhöhte Kaufpreise verlangen nach einem ausgefeilten Finanzierungsmodell. Finanzierung mit Fremdkapital, Unterstützung durch ein Darlehen, mittels Bürgschaften oder Mezzanine-Kapital sind Möglichkeiten, die ein potenzieller Übernehmer kennen und unterscheiden muss. Jung-Unternehmer brauchen Fachwissen, sowohl rechtliches, finanzielles als auch betriebswirtschaftliches. Immer wieder neue Themen, wie Digitalisierung und Lizenzen, gehören dazu genauso wie Bürokratie und engmaschige Regulierung.

Der DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge bezieht sich auf Erfahrungsberichte der IHK-Berater der 79 Industrie- und Handelskammern. Zudem beruht er auf einer statistischen Auswertung des IHK-Service zur Unternehmensnachfolge.